Ein Buch. (Quelle: Public Domain)
Ein Buch. (Quelle: Public Domain)

Wozu Wissenschaft?

Wozu ist Wissenschaft notwendig und warum betreiben wir sie überhaupt? Diese Frage versuche ich im folgenden Text zu erläutern.

Hinweis: Dieser Text erschien erst auf Astrodicticum Simplex und ist ein Beitrag zum momentan dort stattfindenden Schreibwettbewerb. Da mir leider ein paar Schreib- und Grammatikfehler unterlaufen sind, habe ich diese in dieser Version verbessert. Es ist möglich bis zum 15.10.2015 für meinen und andere Texte abzustimmen.

Diejenigen, die mich kennen, wissen: Ich bin ein Wissenschaftsbegeisteter Mensch. (Fast) Alles, was mit Wissen (-schaft) zu tun hat, sehe ich mir an, lese ich, ja sauge ich regelrecht auf. Ein besonderes Steckenpferd meinerseits ist die Astronomie bzw. (Astro-) Physik. Alles, was im Weltraum und um uns herum passiert, finde ich besonders faszinierend. Aber immer wieder bekomme ich die folgenden Fragen gestellt:

Was nützt es uns, wenn wir dies oder das wissen? Müssen wir wirklich alles wissen? Warum versucht die Wissenschaft und die Forschung immer noch mehr herauszufinden und unser Wissen anzureichern? Können wir nicht einfach mal zufrieden sein?

Diese Fragen sind nicht ganz so schnell beantwortet, wie manch einer denken mag, trotzen werde ich mein Bestes geben.

Der Mensch ist als Forscher geboren

Die erste und einfachste Antwort ist folgende: Der Mensch ist nun mal als Forscher geboren. Täglich versuchen wir neue Dinge herauszufinden, wir sind neugierig und wollen Wissen. Das beginnt schon im Kindesalter. Kaum können wir auf zwei Beinen stehen, erkunden wir unsere Umwelt. Dinge, die wir nicht kennen, interessieren uns, wir wollen wissen, wie etwas funktioniert und warum. Ganz fasziniert sind Kinder ab einem bestimmten Alter meist in die Schwerkraft. Alles wird fallen gelassen und unter staunen beobachtet, wie es zu Boden fällt und eventuell sogar zerbricht.

Die Angst vor dem Unbekannten

Weiters kommt hinzu, dass es in der Natur des Menschen liegt, sich vor dem Unbekannten zu fürchten. So fürchteten sich die Menschen früher vor Sonnenfinsternissen. Gewisse Gruppen verbreiteten die Mär von der bösen Gottheit, die uns mit diesem Ereignis vor irgendetwas warnt oder sogar bestrafen will.

Heute wissen wir dank der Wissenschaft zum Glück, dass eine Sonnenfinsternis nichts mit zornigen Göttern zu tun hat, sondern dass der Mond vor der Sonne vorbei zieht und diese Teilweise bis ganz verdeckt. Wir können dieses Ereignis genießen und mit Begeisterung beobachten.

Wer nichts weiß, muss alles glauben. – Science Busters

Die Wissenschaft nimmt uns also die Angst. Die Angst vor Dingen, die wir nicht kennen und die uns deshalb mysteriös und unheimlich vorkommen. Denn wer nichts weiß, muss alles glauben, was man ihm oder ihr erzählt. Und das mögen wir Menschen nicht.

Grundlagenforschung

Ein großer Teil der wissenschaftlichen Forschung fällt auf die Grundlagenforschung. Diese wird betrieben, weil wir in erster Linie wissen wollen, nicht um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Denn schließlich können wir nicht genau sagen, wonach wir forschen müssen, um dieses zu erreichen. Wir müssen ausprobieren und Versuche anstellen um neue Erkenntnisse zu erlangen. Mit diesen Erkenntnissen können wir anschließend prüfen, ob sich daraus ein Nutzen generieren lässt. Dieser ergibt sich nicht immer gleich, sondern es kann auch mal z.B. 200 Jahre oder mehr dauern, bis er eintritt. Aber auch dann hat sich die Forschung gelohnt. Es muss schließlich erst einmal irgendwo begonnen werden. Denn wenn wir jetzt schon wüssten, wo wir forschen müssten, um z.B. den Warmantrieb erfinden zu können, dann hätten wir diese Technologie schon lange im Einsatz. Doch so einfach ist es leider nicht.

Praktische Anwendungen

Werden wir nun etwas konkreter. Schließlich möchte jeder wissen, was uns die Wissenschaft bringt. Für die Zukunft ist das natürlich schwer vorherzusagen. Wir können aber in die Vergangenheit blicken. Dort sehen wir, was uns die Wissenschaft schon alles beschert hat.

Stromverbrauch einer Stadt. (Quelle: Unsplash, Luis Llerena, www.negativespace.co)
Stromverbrauch einer Stadt. (Quelle: Unsplash, Luis Llerena, www.negativespace.co)

Elektrischer Strom

Ein ganz gutes Beispiel ist der elektrische Strom. Diesen gäbe es nicht, wenn nicht vor langer Zeit irgendwelche Wissenschaftler sich die Arbeit gemacht hätten, dieses Phänomen zu erforschen und nutzbar zu machen. Unsere gesamte heutige Gesellschaft baut auf diese Form von Energie auf. Oder kannst du dir vorstellen, ohne Strom zu leben?

Neue Technologien

Mit dem elektrischen Strom kamen natürlich immer mehr elektrische Geräte auf den Markt. Angefangen von der ersten Glühbirne über Küchengeräte bis zu heutigen Großrechnern.

Wir surfen ganz selbstverständlich im Internet und haben es, ohne groß darüber nachzudenken, quasi ständig mit uns dabei. Unsere Smartphones sind sozusagen das mobile Portal zu einer vernetzen Welt, welche unser Leben immer bequemer macht.

Straßen- und Luftverkehr

Auch unsere Reisen sind bequemer und vor allem schneller geworden. Vor nicht einmal 100 Jahren waren gerade die ersten Flugzeuge im Vormarsch. An Linienmaschinen war damals noch gar nicht zu denken. Man denkt zwar fast nie daran, aber Autos und Flugzeuge stecken voller Physik, die nur durch wissenschaftliche Arbeit ermöglicht wurde.

Nehmen wir hier als Beispiel das Flugzeug. Lange Zeit waren sich viele einig, dass der Mensch wohl nie fliegen wird. Trotzdem hat es Wissenschaftler gegeben, die sich mit diesem Glauben nicht einfach zufrieden gegeben und weiter geforscht haben. Irgendwann fanden sie heraus, dass Vögel nicht aufgrund ihres Flügelschlags, sondern wegen der Form ihrer Flügel, fliegen können. Und schon konnte dieses Wissen auf eine neue Technologie angewandt werden: Das Flugzeug war geboren.

Die Raumfahrt

Nun kommen wir zu meinem Steckenpferd: die Raumfahrt. Für mich gehört sie zu den faszinierendsten Wissenschaften überhaupt. Zugegeben, sie verschlingt sehr viel Geld. Und genau das ist der Grund, warum die Raumfahrt oft in der Kritik von vielen Menschen steht.

Das ist doch pure Geldverschwendung! Wozu brauchen wir die Raumfahrt/Raumstation überhaupt? Das nützt doch niemandem etwas! Mit diesem Geld könnten viel wichtigere Dinge finanziert werden!

Doch ist die Raumfahrt wirklich so Sinnlos? Was nützt sie wirklich und wo können wir Durchschnittsmenschen davon profitieren? Nun, auch hier gibt es wieder viele Dinge, wovon wir schon profitiert haben und mit Sicherheit auch durch neue Entdeckungen profitieren werden.

Nachthimmel. (Quelle: Unsplash, ahmadreza sajadi (https://unsplash.com/ahmadreza_sajadi)
Nachthimmel. (Quelle: Unsplash, ahmadreza sajadi (https://unsplash.com/ahmadreza_sajadi)

Alltagstaugliche Erfindungen aus der Raumfahrt

Folgend werde ich ein paar Erfindungen aufzeigen, welche aus der Raumfahrt stammten.

Satelliten

Satelliten sind ein typisches Thema aus der Raumfahrt, von welchem wir alle profitieren können. Über Satelliten läuft viel unserer Kommunikation, ob dies Telefon sein mag, Satelliten-TV (Sat-Schüsseln), Satelliten-Navigation (GPS) oder auch Internet über Satellit.

Weiters werden Satelliten zur Beobachtung des Wetters eingesetzt und ermöglichen uns somit eine bessere Vorhersage und Studium des Wetters. Geologie-Satelliten beobachten geologische Veränderungen auf unserer Erde. So konnten z.B. die Veränderungen nach dem Verheerenden Erdbeben in Nepal festgestellt werden. Gleichzeitig können diese Satelliten die Katastrophengebiete vermessen, neu kartieren und somit Einsatzkräften dabei helfen, besser zu den Hilfe benötigenden Menschen vorzudringen.

Medizinische Forschung

Auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) wird unter anderem medizinisch geforscht. Die Raumfahrer führen sogar an sich selbst Experimente durch, von denen die Medizin, und somit wieder wir alle, profitieren. Dabei gibt es sogar Experimente, die erst durch die Schwerelosigkeit sinnvoll durchgeführt werden können.

Andere Erfindungen

Hier noch zwei Beispiele anderer Erfindungen, die ebenfalls aus der Raumfahrt stammen.

  • Wasserfilter: Die NASA setzt auf der Internationalen Raumstation spezielle Wasserfilter ein, welche das dort spärlich vorhandene Wasser aufbereiten und wieder trinkbar macht. Diese Erfindung wurde von einer Firma aufgegriffen und wird so verwendet, dass Blei, Chlor und unangenehme Gerüche und Geschmäcker aus dem Wasser abgebaut werden.
  • Sonnenbrillen: Es ist allgemein bekannt, dass man nicht in die Flamme eines Schweißgerätes schauen sollte. Die NASA hat eine Technologie entwickelt, welche die für das menschliche Auge schädlichen Anteile des Lichts herausfiltert. Diese Technologie wurde von Sonnenbrillenherstellern aufgegriffen, um Gläser zu entwickeln, die unser Auge noch besser von potenziell gefährlicher Sonnenstrahlung schützt. Weiters führt die Kratzfestigkeit mancher Sonnenbrillengläser ebenfalls auf eine NASA-Technologie zurück, welche ursprünglich dafür entwickelt wurde, einen Schutzmantel für Raumfahrtzubehör herzustellen.

Erforschung unseres Sonnensystems und dem Rest des Alls

Der nächste Punkt, über welchen ich oft mit Freunden, Verwandten und Bekannten diskutieren muss, ist der Sinn hinter der Erforschung unseres Sonnensystems. Hier geht es wieder um die Grundlagenforschung. Dabei erfahren wir viel Neues über unsere Vergangenheit und wie was funktioniert und welche Zusammenhänge zwischen der Sonne, den Planeten und deren Monden besteht. In Zukunft werden wir diese Erkenntnisse höchstwahrscheinlich in irgendwelchen neuen Technologien verwenden können. Aber auch jetzt schon haben wir viel über die Vergangenheit unseres Planeten herausgefunden, indem wir z.B. Asteroiden beobachten und erforschen. In etwas fernerer Zukunft wird es vielleicht sogar einmal interessant, einen Asteroiden in eine Erdumlaufbahn zu bringen und dort Bergbau zu betreiben. Denn Asteroiden enthalten immer wieder sehr Wertvolle Materialien, die wir gut gebrauchen könnten.

Fazit

Eines wissen wir ganz genau: Wenn wir weiter forschen, wissen wir immer mehr. Und je größer unser Wissen wird, desto mehr verstehen wir die Natur um uns herum und deren Zusammenhänge. Das wiederum führt dazu, dass mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit irgendwann jemand aus diesem Wissen einen praktischen Nutzen ziehen wird, durch welchen wir unser Leben wieder etwas fortschrittlicher und angenehmer gestalten werden können.

Deshalb ist es gut, wenn Forschung betrieben wird. Und die Natur und das Universum ist doch sehr viel interessanter, je mehr wir darüber wissen. Mit der Faszination für Umwelt und Universum kommt zudem das Bedürfnis, diese wunderbare Welt, in der wir leben, zu schützen. Und alleine das ist es doch schon wert, Forschung und Wissenschaft zu betreiben.

Quellen

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