Ein Blick zum Nachthimmel. (Quelle: Unsplash, Greg Rakozy)
Ein Blick zum Nachthimmel. (Quelle: Unsplash, Greg Rakozy)

Warum Wissenschaft und Aufklärung wichtig sind

Obwohl ich nicht in der Öffentlichkeit stehe, wollten schon einige Menschen wissen, warum ich mich eigentlich so für Wissenschaft begeistere, wobei mein Interesse dafür allerdings nicht von allen wohlwollend aufgenommen wird. Hin und wieder gibt’s auch Kritik dafür. Am meisten wird kritisiert, dass die Wissenschaft, und somit auch ich, angeblich für alles, was behauptet wird, einen Beleg benötigt. Dies wird zum Teil als “Besserwisserei” aufgenommen und manche Menschen fühlen sich dadurch, dass deren Ansicht hinterfragt wird, persönlich angegriffen. Dabei geht es nicht darum jemanden anzugreifen, sondern um Richtigstellung und dass nicht einfach alles geglaubt wird.

Kannst du (bzw. die Wissenschaft) nicht einfach mal etwas glauben? Musst du alles hinterfragen?

Oft scheint es unbequem zu sein, wenn man hinterfragt. In Diskussionen wird irgendetwas behauptet und ich erkundige mich dann nach Belegen. Wenn diese nicht gebracht werden können, wird oft die über diesem Absatz stehende Frage, so oder in ähnlicher Form, gestellt. Ja, liebe Leute, genau darum wird diese Disziplin Wissenschaft genannt. Diese will wissen, also Dinge belegen, beweisen. Oder auch widerlegen, kommt darauf an. Das Glauben überlassen wir Glaubensgemeinschaften. Dort scheint es als besonders hingebungsvoll zu gelten, wenn man eine Aussage einfach glaubt ohne nach Belegen zu verlangen. Übrigens auch eine Ähnlichkeit zur Esoterik, wobei diese noch etwas weiter geht. Deren Anhänger beharren stur auf ihren Aussagen, auch wenn diese bereits widerlegt wurden. Der Physiker und Kabarettist Vince Ebert hat dies ganz wunderbar beschrieben:

Wenn ich zum Beispiel vermute “Im Kühlschrank könnte noch Bier sein” und ich gucke nach, dann betreibe ich im Prinzip schon eine Vorform von Wissenschaft. Großer Unterschied zur Theologie. Da werden Vermutungen in der Regel nicht überprüft. Wenn ich also nur behaupte “Im Kühlschrank ist Bier”, bin ich Theologe. Wenn ich nachschaue, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachsehe, nichts finde und trotzdem behaupte, es ist Bier drin — dann bin ich Esoteriker!

Vor allem die Esoterik scheint, zumindest meiner Wahrnehmung nach, auf dem Vormarsch zu sein. Immer mehr Menschen glauben immer abstrusere Dinge und Theorien. Vor allem auf Facebook wird Blödsinn geteilt was das Zeug hält. Und genau deshalb finde ich es wichtig aufzuklären. Denn nur durch wissenschaftliche Kommunikation können solche Dinge vermieden werden. Nur wenn die Menschen einige grundlegende Dinge über Wissenschaft wissen, können sie selbstständig erkennen, ob es sich bei Behauptunen um plausible Dinge oder nur um Quacksalberei handelt.

Sachlichkeit

Die in der Wissenschaft vorhandene Sachlichkeit ist ein Grund, warum ich sie mag. Klar, auch hier gibt es Streit, denn auch Wissenschaftler sind nur Menschen. Trotzdem bemühen sich die meisten, sachlich zu bleiben. Wer eine Behauptung aufstellt muss diese auch belegen können. Das gehört sozusagen zum guten Ton. Und wenn etwas mit Fakten belegt oder widerlegt wurde, erübrigt sich auch jeder Streit, sofern man sich unter Menschen befindet, die diese Fakten annehmen können.

Aurora Borealis (Nordlichter). Gesehen von der International Space Station. (Quelle: Unsplash, NASA)
Aurora Borealis (Nordlichter). Gesehen von der International Space Station. (Quelle: Unsplash, NASA)

Wissenschaft vs. Esoterik

Auch in meinen Umfeld habe ich bemerkt, wie der Hang zum esoterischem Glauben offensichtlich immer größer wird. Von dort aus scheint es zu den Verschwörungstheorien nicht mehr weit zu sein. Man denkt über Chemtrails nach, ist Impfgegner und geht zu Astrologen, um nur drei der Themen zu nennen. Zu Chemtrails und Impfungen habe ich auch schon geschrieben. Wobei ich den Artikel zu Impfungen wohl mal überarbeiten oder einen ganz neuen schreiben muss. Denn zwischenzeitlich habe ich wieder viel gelesen und mehr Informationen eingeholt, sodass sich meine Meinung zum Thema Impfungen wieder etwas verschoben hat bzw. der alte Artikel mit neuen Informationen angereichert werden könnte. Und falls die Frage aufkommen sollte, in welche Richtung sich meine Meinung verschoben hat: Definitiv nicht zu Gunsten der Impfgegner.

Chemtrails

Die Chemtrails können z.B. mit ein wenig Verständnis über Chemie und Meteorologie widerlegt werden. Beschäftigt man sich ein wenig mit Tatsachen und Naturgesetzen (Physik), kann man leicht sehen, wie unsinnig diese Theorie der angeblich über unseren Köpfen versprühten Chemikalien ist. Mehr sage ich hierzu gar nicht. Wenn du mehr wissen willst, so möchte ich dich bitten, meinen im oberen Absatz verlinkten Artikel zu Chemtrails zu lesen.

Impfungen

Impfen ist so ein leidiges Thema dieser Tage. Auch ich kenne inzwischen Menschen, die glauben die böse Pharmamafia wolle uns mit Impfungen vergiften. Doch viele in diesem Zusammenhang kursierenden Behauptungen wurden längst widerlegt. So zum Beispiel, dass Impfungen angeblich zu Autismus führen sollen und dass es für den Körper gut sein soll, eine Maserninfektion durchzustehen. Ganz im Gegenteil. Es wurde gezeigt, dass diese Krankheit das Immunsystem über Jahre schädigt. Wer wirklich wissenschaftliche Informationen zum Thema Impfen haben möchte, dem kann ich die Seite impfen-info.de empfehlen.

Natürlich kann es sein, dass in gewissen Bereichen zu viel geimpft wird und manchmal Impfungen verabreicht werden, obwohl nicht unbedingt notwendig, um damit etwas Geld zu verdienen. Dies kann und soll natürlich hinterfragt und diskutiert werden, hat aber nichts damit zu tun, dass die Pharmaindustrie uns angeblich vergiften will und ich werde in diesem Artikel auch nicht genauer auf diesen Punkt eingehen. Hier geht es mir lediglich darum, dass viele falsche Behauptungen zum Thema Impfungen und deren angeblichen Zusammenhang mit Krankheiten im Internet kursieren und mehr hinterfragt bzw. aufgeklärt werden sollte. Man sollte einfach nicht alles glauben, was auf irgendwelchen Facebook-Seiten oder in dubiosen YouTube-Videos über Impfungen verbreitet wird.

Astrologie

Das einzige Horoskop, auf das du dich verlassen kannst.
Das einzige Horoskop, auf das du dich verlassen kannst.

Der Astronom Florian Freistetter hat bereits im Jahre 2009 einen langen Artikel geschrieben, in welchem er erklärt, warum Astrologie nicht funktioniert. Mit dieser Behauptung werden sich zwar ein paar Menschen auf den Schlips getreten fühlen, aber es nützt nichts. Es wurde bereits gezeigt, dass kein Zusammenhang zwischen dem Stand der Gestirne und irgendwelchen mystischen Dingen hier auf der Erde besteht. Es ist egal zu welcher Mondphase wir zum Frisör gehen oder wann wir unser Boot zu Wasser lassen. So schlafen Menschen auch generell nicht schlechter, wenn Vollmond ist und die Zukunft lässt sich mit Astrologie auch nicht voraussagen. Der Mond hat nur auf wirklich große Massen Einfluss, so zum Beispiel auf unsere Meere in Form von Gezeiten (Ebbe und Flut). In Binnengewässern wie z.b. dem Bodensee gibt es keine (beobachtbaren, in sehr großen Binnengewässern höchstens minimale messbare) Gezeiten und auch in der Badewanne lassen sich keine beobachten. Auf kleine Dinge wie uns Menschen wirkt der Mond dagegen gar nicht. Zumindest nicht im astrologischen Sinne. Du willst mehr wissen? Dann bitte den oben verlinkten Artikel von Florian Freistetter lesen. Ich kann zudem die am Ende des Artikels verlinkte Zusammenfassung der damals stattgefundenen Diskussion empfehlen. Weiters kann ich dir noch diesen (langen) Artikel hier, ebenfalls von Florian Freistetter, zum Thema Mond aus dem Jahre 2008 ans Herz legen. Auf dieser Webseite wird auch erklärt, dass das Märchen z.B. vom Baby-Boom während Vollmondphasen nicht stimmt.

Friedlich

Erstaunlich finde ich immer wieder, dass es in der Wissenschaft ganz offensichtlich möglich ist, über Ländergrenzen hinweg friedlich zu kooperieren und zusammenzuarbeiten. Laut Wikipedia hatte der CERN im Jahre 2011 3.200 Mitarbeiter und über 10.000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen. Allen ist es möglich friedlich zusammenzuarbeiten. Natürlich wird es auch dort den ein oder anderen Streit geben. Wenn das Klima aber grundsätzlich nicht friedlich wäre, würde so ein Riesenprojekt wie der CERN nicht funktionieren.

Dasselbe beweist eines der faszinierendsten Forschungsobjekte der Menschheit: Die Internationale Raumstation. In ca. 400 Kilometern Höhe umkreist dieses fliegende Forschungslabor alle 92 Minuten unseren Planeten. Sehr einfach ausgedrückt handelt es sich bei der Raumstation um nichts anderes als um einen riesigen fliegenden Experimentierbaukasten. Natürlich ist die Wahrheit ein wenig komplizierter, aber ich denke, dass es sich so ganz gut beschreiben lässt.

Die ISS am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery. (Quelle: Wikipedia)
Die ISS am 7. März 2011, aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery. (Quelle: Wikipedia)

Europa, die USA, Russland und Japan zeigen, dass eine friedliche globale Zusammenarbeit möglich ist. Sogar China hat bereits Interesse an der ISS angemeldet, jedoch ist die USA bis heute (stand 15.01.2016) nicht damit einverstanden, weshalb China eine eigene Raumstation bauen möchte. Nachzulesen auf Wikipedia. Während sich die Menschen wegen politischen Einstellungen, ethnischen Herkünften und religiösen Gründen (verbal) die Köpfe einschlagen, schwebt 400 km über unseren Köpfen die ISS und zeigt, dass es auch friedlich geht. Alleine das, so zumindest denke ich, rechtfertigt doch schon die hohen Kosten des Raumfahrtprogramms.

Faszinierende Welt

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie faszinierend die Welt ist, in und auf der wir Leben? Und hast du dich schon mal gefragt, woher das alles kommt und warum wir existieren? Eben! Die Wissenschaft versucht Antworten auf genau diese Fragen zu finden und natürlich noch auf viele andere.

Wie gesagt, wir leben in einer faszinierenden Welt. Unser Planet strotzt nur so vor wunderbarem Leben. Und in all dem was um uns herum geschieht steckt Wissenschaft. Thor sagt im gleichnamigen Film folgendes.

Deine Vorfahren nannten es Magie. Du nennst es Wissenschaft. Ich komme von einem Ort an dem beides ein und dasselbe ist.

Und gleich noch ein Zitat von Arthur C. Clarke.

Jede ausreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.

Das hat doch was. Wir müssen uns nur einmal vorstellen, man würde mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter reisen und einen Menschen dieser Zeit in die unsere holen. Aufgrund unserer Technologien hätte er mit Sicherheit das Gefühl, dass es hier von Magie und Zauberei nur so wimmelt. Die Wissenschaft tut nichts anderes als zu versuchen die Welt um uns herum zu verstehen. Dadurch tauscht sie Mystik und Magie durch harte Fakten aus. Und vermutlich ist das ein Grund warum manche Menschen etwas gegen Wissenschaft haben. Der Mensch liebt nun mal Mysterien und die Wissenschaft nimmt uns diese oft weg.

Zwar sucht und liefert die Esoterik auch Erklärungen. Nur dass sie sich irgendwelche weltfremden Erklärungen aussucht und dann darauf beharrt. Jahrtausende altes überliefertes Wissen wird das dann genannt. Die Esoterik hat aber ein grundlegendes Problem: sie ist nicht lernfähig. Auch wenn Konzepte der Esoterik wissenschaftlich widerlegt wurden, wird einfach weitergemacht wie bisher und man sucht nach fadenscheinigen Ausreden warum die wissenschaftlichen Erkenntnisse falsch sind. Siehe Astrologie. Erzähle mal einem Astrologen, dass seine Thesen nicht stimmen. Viel Spaß mit dem ausgelösten Donnerwetter.

Doch brauchen wir wirklich Mysterien um ganz reale Dinge zu beschreiben? Ich denke nein, brauche wir nicht. Physik, Chemie, Biologie, Astronomie und die vielen anderen Wissenschaften sind doch faszinierend genug. Wenn wir verstehen, wie Leben entsteht, wie unser Planet, seine Atmosphäre und all die Ökosysteme funktionieren, wenn wir wissen wie unser Sonnensystem entstanden ist und wie das Leben auf unseren Planeten gekommen ist, haben wir so viele wunderbar fantastische Dinge mit denen wir uns beschäftigen und auf denen wir aufbauen und weiter forschen können, dass irgendwelche esoterischen Weltbilder unnötig sind.

Aus diesen Gründen mag ich Wissenschaft und finde es notwendig, die Menschen über die Realität aufzuklären. Denn leider wird, vor allem im Internet, sehr viel Unsinn verbreitet und ich finde, dass dies einfach nicht sein muss und sich die Menschen doch besser auf die wirklich tollen Dinge fokussieren sollten, anstatt diversen Märchen und Aberglauben nachzulaufen.

Letztendlich wird mit dem Verständnis unseres Planeten und dessen Ökosysteme unsere ganze Umwelt nochmals um ein großes Stück schützenswerter. Jeder Astronaut, der bisher aus dem All zurückgekehrt ist, schwärmt von der unglaublichen Schönheit unseres Planeten, wie empfindlich und verletzlich er aus dem All wirkt und betont die Notwendigkeit unser Raumschiff Erde zu schützten. Das ist doch schön, oder?

 

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