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Warum wir mehr Blogs brauchen

Soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram haben ihren Reiz, keine Frage. Trotzdem finde ich, dass wir uns wieder mehr auf Blogs konzentrieren sollten. Warum ich das finde, möchte ich im folgenden Text erläutern.

Die allseits beliebten sozialen Medien haben meiner Meinung nach zwei große Probleme:

  1. Es gibt zu viele Beiträge, die Informationen „verschwinden“ zu schnell.
  2. Ihre News-Feeds werden zum Teil durch Algorithmen gefiltert.

Beim ersten Punkt ist vor allem Twitter ganz stark. Dort folge ich über 200 Accounts. Die meisten davon sind wirklich interessant. Das Problem dabei: Es sind einfach zu viele Informationen. Der News-Feed wird so schnell mit neuen Tweets gefüllt, dass es nötig ist, ständig online zu sein und durch den Feed zu scrollen. Wenn ich Twitter mal eine Stunde lang nicht geöffnet habe, gibt es so viel Neues, dass gewisse Tweets immer quasi verloren sind. Genauer gesagt: Ich bekomme sie erst gar nicht zu Gesicht.

Der zweite Punkt trifft in erster Linie auf Facebook und – seit kurzem – auch auf Instagram zu. Dort werden die Beiträge nicht chronologisch gereiht, sondern von einem Algorithmus ausgewählt. Das führt dazu, dass uns bevorzugt die Beiträge gezeigt werden, die uns gefallen, wodurch wir verstärkt in einer Filterblase landen. Der Blick über den Tellerrand wird dadurch erschwert.

Ein drittes Problem, das aber nicht primär die sozialen Netzwerke betrifft, ist der raue Umgangston. Am schlimmsten empfinde ich es auf Facebook. Da beschimpft man sich gegenseitig, es wird beleidigt und zum Teil sind sogar Todesdrohungen und -wünsche zu lesen. Letztere vor allem auf Facebook-Seiten von rechten Webseiten und Politikern bzw. deren Parteien.

Qualität statt Quantität

Bei Blogs habe ich die Erfahrung gemacht, dass rein an der Zahl weniger Beiträge kommen. Dafür sind die Texte länger und - meistens - auch qualitativ hochwertiger. Das hat wohl einerseits damit zu tun, dass sich die Menschen, die Blogs betreiben, meist mehr Gedanken über ihre Texte machen. Bei Facebook oder Twitter wird sehr viel schneller ein kurzer Beitrag oder ein Kommentar veröffentlicht, als auf anderen Plattformen.

Ein weiterer Vorteil von Blogs und Blogging-Plattformen (wie bspw. Medium) ist, dass diese RSS-Feeds anbieten. Zugegeben: Die Zahl der Menschen, die RSS-Reader verwenden, ist wohl eher gering. Ein RSS-Reader bietet mir aber die Möglichkeit, den News-Seiten und Blogs zu folgen, die mich interessieren und es muss nicht jede Seite einzeln nach neuen Inhalten geprüft werden. Das geschieht automatisch. Sehr komfortabel. Vor allem verpasse ich keine Inhalte durch von Algorithmen vorsortierte Timelines.

Entschleunigung

Weiters bedeuten Blogs für mich Entschleunigung. Klar, auch in meinem Feed-Reader kann ich so viele Blogs abonnieren, dass ich auch dort nicht mehr mit Lesen nachkomme. Generell aber ist die Frequenz, mit der Beiträge veröffentlicht werden, auf Blogs deutlich geringer, als etwa bei Facebook-Seiten oder gar bei Twitter-Accounts. Dafür sind die Texte länger und - wie bereits erwähnt - meist qualitativ hochwertiger.

Durch einen Feed-Reader kann ich auch einfach mal zwei oder drei Tage - oder sogar länger - keinen Text lesen. Es geht nichts verloren, ich kann sie einfach später lesen. Das ist schon sehr praktisch. Bei Facebook oder Twitter müssen die Inhalte sofort konsumiert werden, sonst sind diese quasi weg. Ich weiß, dass es bei Twitter eine Bookmark- und bei Facebook eine Save-Funktion gibt. Aber das ist für mich nicht praktikabel, da ich dort niemals wieder hineinschaue. Das habe ich bereits mehrmals versucht. Es nützt nichts. RSS-Feeds hingegen sehe ich mir wirklich an.

Fazit

Aufgrund der (für mich) angenehmeren Leseerfahrung, des langsameren Tempos und der (meist) niveauvolleren Kommunikationskultur finde ich, dass wieder mehr Menschen auf Blogs setzen sollten.

Wie siehst du das? Teilst du meine Meinung oder findest du soziale Netzwerke praktischer?

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