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Glyphosat böse, Feuerwerk voll gut

Jedes Jahr beginnt auch die Diskussion über Feuerwerke an Silvester wieder. Die einen sind dafür, die anderen Dagegen. Tatsache ist, Feuerwerk ist umweltschädlich und gefährlich.

Einige von uns haben es wahrscheinlich bereits gehört: Die Feinstaubmenge, die an Silvester durch Feuerwerkskörper in Deutschland freigesetzt wird, entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im deutschen Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Das ist schon eine ganze Menge. Weiters schreibt das Umweltbundesamt:

Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

Tatsache ist, dass Feinstaub definitiv gesundheitsschädliche Auswirkungen hat. Bei Glyphosat ist die Sache nicht so sicher. Die Konzentrationen, die in unseren Lebensmitteln gefunden wird, ist jedenfalls viel zu gering, um einen Schaden anrichten zu können. Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Wer mehr darüber lesen will, dem empfehle ich die folgenden Links.

Die Diskussionen dazu jedenfalls sind, nun, wie soll ich ausdrücken: Interessant. Sobald das Wort Glyphosat fällt, hüpfen die Menschen im Dreieck. Es wäre Krebserregend und müsste daher umgehend verboten werden. Zum Thema Krebserregend: Siehe Links über diesem Absatz. Wenn dieses Argument weitgehendst mit Fakten widerlegt wurde, wird man entweder mit Beschimpfungen überhäuft, oder aber die Menschen gehen zum nächsten Argument über. Wenn ein Stoff potentiell gesundheitsschädlich oder – wie im Falle von Glyphosat – krebserregend sein könnte, so solle dieser präventiv verboten werden.

Sobald es um Feuerwerk an Silvester geht, sie die Sache schon wieder ganz anders aus. Hier scheinen sich die meisten zwar auch einig zu sein. Allerdings in genau die andere Richtung. Obwohl klar ist, dass Feinstaub definitiv gesundheitsschädlich ist, sogar für ungeborene Kinder, will hier keiner etwas von einem Verbot hören. Im Gegenteil. Es wird heruntergespielt, was das Zeug hält. Wer für ein Verbot ist, gilt als Spielverderber. Wer nicht schießen will, der solle halt nicht schießen. Verletzte? Passiert ja eh nicht viel, heißt es dann. Und wer anmerkt, dass seine Haustiere vor dem Gedonnere des Feuerwerks Angst haben, wird gefragt, ob er Gewitter auch verbieten wolle.

Der letzte Vergleich hinkt allerdings etwas. Ein Gewitter kommt natürlich vor und dagegen können wir herzlich wenig unternehmen. Bei den Feuerwerken können wir allerdings entscheiden, ob wir sie zünden wollen, oder nicht. Genauso sinnlos ist das Argument, man solle halt kein Feuerwerk zünden, wenn’s einem nicht passt. Ebenso gut könnte man argumentieren, man solle halt kein Glyphosat benutzen, wenn man es nicht haben will.

Also, argumentiert etwas sachlicher und nehmt sachliche Kritik auch als solche an. Wer etwas kritisiert, greift mitnichten den Kritisierten auch persönlich an. Gegenseitige Beschimpfungen haben wir im Internet schon genug.

Eine Sache kann ich auch noch für mich selbst aus dieser Sache mitnehmen. Ich habe bemerkt, dass auch ich nicht immer ganz logisch argumentiere, wenn ich für oder gegen eine Sache eintrete. Nun kann ich allerdings daran arbeiten, dies zu verbessern.

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